Einen Monat leben und arbeiten wir nun auf der Insel, Hoch im Norden – im Westen Schottlands.
Netterweise bekommen wir immer mehrere Tage am Stück frei, somit können wir gut die Insel und das Festland in näherer Umgebung erkunden.
Wir haben ein weiteres Hostel im Norden der Insel besucht – Uig. Es war sozusagen eine „Dienstreise“ mit freier Unterkunft. Generell ist es gut, die Hostel kennen zu kennen, falls wir mal aushelfen müssen…
Hauptsächlich trampen wir, da der Busverkehr sehr eingeschränkt ist. Es gibt auch Fernbusse, die ab Glasgow bis in den Norden der Insel fahren. Aber die verlangen für eine Kurzstrecke mehr als für eine Fahrt nach Glasgow (wenn im Vorraus gebucht!).
Die Insel hat insgesamt 9000 EinwohnerInnen. Das erschwert das Trampen um einiges. Es nehmen uns zwar meistens SchottInnen mit, aber wir müssen manchmal lange warten, bis ein Auto vorbeikommt oder in die Richtung fährt, in die wir wollen.
Das Schöne am Trampen ist: wir lernen hier die Leute von der Insel kennen und auch so ganz nette Bekanntschaften. Zwei haben uns schon nach Finnland eingeladen – mit Adresse !!!
Wenn Gäste für eine Nacht bei uns im Hostel schlafen und fragen, was sie denn so auf der Insel machen könnten für ein paar Stunden, dann bin ich immer verblüfft. So klein ist die Insel wirklich nicht. Wenn jemand eine Rundreise mit dem Auto machen würde (die Strassen sind oft kurvig und nicht immer sehr gut), dann ist man oder frau schon einen Tag lang unterwegs.
Besonders die Reisenden ohne Auto tun mir dann leid. Sie kommen nur für einen Tag her und wollen aber nicht den teuren Bus bezahlen. Sie sind so gut wie aufgeschmissen.
Am beeindruckensten finde ich natürlich die FahradfahrerInnen. Wouh, das sind richtige Power-Leute. Denn das ist ja nicht immer flach hier, selbst wenn man oder frau durchs Tal fährt… Die sehen aber auch alle durchtrainiert aus – das Alter ist auch beeindruckend bis Mitte 60 ! Gäste mit Fahrrad sind mir die Liebsten: sie sind bescheiden, interessieren sich für die Umwelt und machen keinen Lärm abends, weil sie zu müde sind…
Von einem Trip (da hatten wir 4 Tage frei) möchte ich kurz berichten:
wir sind zu einem weiteren SYHA Hostel nach Glencoe aufs Festland gefahren. Auf der Fähre haben wir Leute angesprochen, die mit Auto unterwegs waren und wir sind dann bis in den richtigen Ort mitgenommen worden (ca. 3 Stunden Autofahrt im Regen).
Wir mussten dann noch eine halbe Stunde laufen und wurden ziemlich nass. Das Hostel war dann eine mittlere Katastrophe ! Die Mitarbeitenden tauchen nur auf, wenn eine den Klingelknopf betätigt. Auch wenn offiziell Rezeptionszeit ist, so lassen sie sich nicht blicken. Im Speisesaal lag die saubere Bettwäsche auf einem der Tische und wartete darauf gefaltet zu werden… bis zu unserer Abreise nicht geschehen.
Aus der Küche ist Manu rückwärts wieder rausgegangen, ich musste mich dann um Suppe aufwärmen und Fertig-Pizza im Ofen aufbacken kümmern. Intuitiv hatten wir Fertigprodukte eingekauft, was wir sonst nicht gern essen. Zu allem Überfluss haben sich beide unsere Nasen zugesetzt und wir schnarchten um die Wette (wahrscheinlich wegen des Staubs im Zimmer).
Ansonsten ist Glencoe sehr berühmt für ein Schlachtfeld zwischen Schotten und Engländern, die noch im 17. Jahrhundert gegeneinander gekämpft haben.
Am nächsten Morgen haben wir dann eine Kleinstadt am Fusse des höchsten Berges Grossbritanniens, Glen Nevis, besucht. In Fort Williams gibt es aus diesem Grund zahlreiche Outdoor- und Souvenier-Läden.
Am meisten habe ich mich dann auf die Eisenbahnfahrt zurück an die Küste gefreut: „West Highland Line“.
Mein Tipp – wer uns besuchen kommt:
ab Glasgow den Zug nach Mallaig nehmen (5,5 Stunden). Der fährt dann über Fort Williams weiter an die Küste, wo direkt die Fähre wartet (ca. 1/2 Stunde) – nach Armadale, Isle of Skye.
In Armadale kann frau dann locker einen Bus nach Broadford nehmen, der fährt ca. eine halbe Stunde.
Die Bahnstrecke ist wunderschön und führ dann über den berühmten Glenvinnan Viadukt. Der ist gar nicht so riesig in seiner Grösse, dafür aber sehr berühmt.
Es ist der Viadukt, der in den Harry Potter Filmen die Bahn-Strecke nach Schloss Hogwarts darstellt. Die alten Waggons, die im Film zu sehen sind, kann frau auch im Museum am Bahnhof in Glennfinnan bewundern.
Soweit ein kleiner Eindruck vom Westen Schottlands, den wir nach und nach erkunden wollen.
Loch Ness wird irgendwann auch auf dem Programm stehen. Und ich möchte so gern mal bergwandern, aber ich konnte Manu bisher nicht davon überzeugen.
Mittlerweile ist es richtig schön, angekommen zu sein. Die Arbeit (besonders das Putzen und die Buchungen an der Rezeption) ist zwar angstrengend, aber auch ganz interessant. Und wenn dann alle weg sind, wir alles sauber haben und uns gemütlich in den AUfenthaltsraum mit Blick aufs Meer setzen, dann sind wir doch sehr zufrieden mit unserer Wahl !!!
Insgesamt ist dieser Job einer sehr gute Bereicherung, sollten wir dann tatsächlich einmal selbst B&B anbieten.
Ok, das wars fürs Erste.
Ein paar neue Fotos sind auch hochgeladen.


